Orderbuch-Diagramm
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Interpretation
Das Orderbuch-Diagramm hat eine x-Achse, die das Gesamtvolumen (Summe der Volumina auf jedem Kurslevel) darstellt, und eine y-Achse, die den Kurs darstellt. Die Grafik zeigt die verfügbare Liquidität auf jedem Kurslevel des Orderbuchs an. Vereinfacht lässt sich dies so vorstellen: "Wer bereit ist, für 10 Dollar zu kaufen, würde auch gerne für 9 Dollar kaufen; wer bereit ist, für 10 Dollar zu verkaufen, würde auch gerne für 11 Dollar verkaufen". Nach dieser Logik lässt sich dies als eine stufenweise Aggregation des Volumens beschreiben, wobei jede Stufe das nächste Kurslevel darstellt (da sie für den Trader, der gerade den besten Geld- und Briefkurs hat, günstiger sind, können diese aggregiert werden).
Die grafische Darstellung des Orderbuchs dient zwei Zielen. Zum einen ermöglicht das übersichtliche Diagramm dem Benutzer, in Sekundenschnelle die Marktstimmung für das analysierte Wertpapier für einen bestimmten Tag zu erfassen. Zum anderen können damit die Änderungen der Erwartungen hinsichtlich des fundamentalen Wertes und des wahrgenommenen Risikos abgeleitet sowie die Unzulänglichkeiten der Intraday-Mikrostruktur erfasst werden, die Kursverzerrungen verursachen.
Für die Ermittlung der Marktstimmung für das Instrument liefert das Orderbuch mehr Informationen über das Gesamtangebot und die Handelsinteressen als notierte Volumina und Kurse. Mit der Möglichkeit, die aktuelle Liquiditätsdynamik mit Durchschnittswerten zu vergleichen, wird die Auswertung verbessert, so dass der Benutzer Veränderungen in der Liquiditätsversorgung des Instruments erkennen kann. Auch die Kursspanne, anhand der die Chartanalyse durchgeführt wird, kann auf unterschiedliche Weisen genutzt werden. Betrachten wir nun die Auswertung der Zeitreihen. Wählen Sie den auszuwertenden Zeitraum. Wenn Sie mit einem Live-Feed des Orderbuchs arbeiten, ist die Auswahl des Zeitraums weniger offensichtlich und wir stellen dem Benutzer dann Filter zur Verfügung, die es einfacher machen, das Diagramm zu lesen und Informationen daraus abzuleiten. Wenn der Benutzer das Orderbuch mit der vollen Bandbreite analysiert, d. h. vom Minimalwert des Geldkurses bis zum Maximalwert des Briefkurses, dann besteht der Nutzen des Orderbuch-Diagramm darin, Änderungen der Erwartungen bezüglich des fundamentalen Kurses des Instruments abzulesen. So kann man beispielsweise feststellen, dass sich die Form näher am Datum der Gewinnveröffentlichung tendenziell verbreitert, d. h. die Geld- und Briefseiten werden breiter.
Andererseits eignet sich ein kürzerer Kursverlauf am besten für die Analyse von Unzulänglichkeiten in der Intraday-Mikrostruktur des Marktes und für die Nutzung der dynamischen Rückkehr zum Mittelwert. Darüber hinaus verrät die Form des Orderbuchs viel über die grundlegenden Eigenschaften des Unternehmens: solide, größere und liquide Unternehmen neigen zu einer Verteilung der Orderkurse, die im aktuell besten Geld- und Briefkurs konvergieren; andererseits neigen kleine, weniger etablierte Unternehmen zu begrenzten Volumina und einer hohen Kursstreuung.